Museumswohnung WBS 70

Sollte jemals wieder ein Rückfall in die Vergangenheit à la "Good bye, Lenin!" inszeniert werden, dann ist Hellersdorf dafür die beste Adresse. Denn hier in der Hellersdorfer Straße 179 - Parterre rechts - hat die STADT UND LAND/WoGeHe die Zeit zurückgedreht. Die 3-Zimmer-Wohnung, 1986 fertig gestellt vom VEB Wohnungsbaukombinat Cottbus, ist bis auf wenige Details in ihrem Urzustand. Hauptsächlich junge Leute aus allen Bezirken der ehemaligen DDR sind es gewesen, die hier in Hellersdorf innerhalb von nur zehn Jahren rund 42.000 Wohnungen „hochgezogen“ haben. Montage - in Plattenbauweise, System Wohnungsbauserie (WBS) 70 – und Ausbau einer Wohnung dauerten im Schnitt 18 Stunden! Fast die Hälfte der in Hellersdorf gebauten Wohnungen war so ausgelegt wie diese 3-Zimmer-Wohnung. Hier wohnte eine Familie mit ein oder zwei Kindern.

Die Grundausstattung war einfach. Viel Beton – wenig Holz, viel Plaste – wenig Chrom, vieles auf bloße Funktionalität ausgelegt, weniger auf Eleganz. Trotzdem zog man gerne hier ein. Es gab ein Bad, fließend warmes Wasser, Fernheizung, die Kinderkrippe und den Kindergarten ganz in der Nähe, wo es tatsächlich freie Plätze gab. Alles Dinge, auf die nicht wenige Familien lange verzichten mussten. Obwohl viele Wohnungen in der „Platte“ gebaut wurden, gab es lange Wartelisten. Und schließlich die Miete! Sie war auch hier auf dem Stand von 1936 eingefroren. Diese Wohnung in der Hellersdorfer Straße 179, Parterre rechts, kostete 109 Mark Miete. Mit allem Drum und Dran. Hausgemeinschaft und „Goldene Hausnummer“ für den besonders schönen Vorgarten inklusive!